iPad im Store

Apples undurchschaubare oder nicht vorhandene iPad Strategie

Artikel wurde aktualisiert am 28.06.2017

Steve Jobs hatte die Idee eines Tablet-Rechners ursprünglich von Microsoft übernommen, allerdings unter der Prämisse keinen Eingabestift zu benutzen. Eingabestifte waren ihm zuwider, man erinnert sich noch an die Stelle in der allerersten iPhone Präsentation.

Schauen wir nochmal kurz zurück. Während also ein Team an der Entwicklung des iPads saß, kam man mit Motorola ins Gespräch, um die iPod Software aufs Handy zu bringen. So entstand das Rockr, ein ziemlich klobiges Telefon mit iTunes-Synchronisation. Die Idee dahinter war klar,  jeder hat sein Handy dabei, warum soll man dann noch ein zusätzliches Gerät für die Wiedergabe von Musik  benötigen. Das Rockr fiel bei den Kunden allerdings durch und Steve Jobs gab dem iPad Team kurzerhand die Aufgabe ein kleineres Gerät mit Touchscreen zu entwickeln. So kam es, dass zunächst das iPhone und Jahre später erst das iPad erschien.

Apple brachte also das iPad auf den Markt und ein Jahr später das iPad 2. Das iPad 2 gab die eigentliche Richtung vor in die es weiter gehen sollte, schlanker schneller und mit einer Kamera die eigentlich schon bei ersten Modell dabei sein hätte sollen.

Dann verstarb Steve Jobs und damit offensichtlich auch die treibende Kraft hinter dem iPad. Apple brachte über die Jahre immer wieder neue Modelle ohne Sichtbare Linie. Das iPad 3, das erste iPad mit Retina Display, war ein ziemlicher Fehlgriff. Der Prozessor war völlig überfordert mit der hohen Auflösung und man machte das Gerät fast wieder so dick uns schwer wie das erste Modell. Das Gerät war eigentlich nicht nutzbar und so stellte man nur ein halbes Jahr später das iPad 4 als Nachfolger vor. Es folgten das iPad Air und das Air 2 als logische Weiterentwicklung.

2012 war auch das Jahr in dem das iPad mini vorgestellt wurde, ein handliches iPad das sich viele für die Nutzung für Unterwegs gewünscht hatten.

Beim iPad mini trudelte das Retina-Display mit dem zweiten Modell ein, warum das iPad mini 3 mit fast der identischen Hardware nur um TouID erweitert auf den Markt kam war Apple offensichtlich selbst nicht ganz klar, denn eigentlich hätte man auch gleich das mini 4 vorstellen können.

Wie Apple dann auf die Idee kam dann doch einen Stift anzubieten mag dem Umstand geschuldet sein, dass man das iPad nicht als Laptop nutzen konnte, ein MacBook mangels Touchscreen aber schlecht als Notizblock mit Stift oder Malblock für Kreative. Also folgte ein iPad Pro mit einem riesigen Bildschirm von 12,9 Zoll.

Das iPad Pro ist ziemlich unhandlich und so stelle Apple die Frage „Ist der beste Computer vielleicht kleiner?“ Offensichtlich schon.

Da man bei den Preisen ordentlich in die Höhe gegangen ist stellte man Anfang 2017 das 9,7 Zoll iPad 2017 vor. Es hat keine Stifteingabe, ein einfacheres Display und zielt auf weniger betuchte Anwender ab.

Nun also das iPad Pro 10,5 Zoll. Immer noch ein iPad, endlich wieder in einer brauchbaren Größe und wiederum mit Stifteingabe. Aber wo ist die professionelle Nutzung? Es gibt nur eine Möglichkeit Dateien drahtlos mit dem iPad auszutauschen, iCloud. Wieso sollte man im eigenen Netzwerk in der Firma über einen Internetdienst gehen, um Daten auf das Arbeitsgerät zu bekommen?

So richtig rund wird das iPad erst durch iOS 11. Endlich Multitasking mit schwebenden Fenstern, wenn auch ohne die Möglichkeit diese in der Größe zu ändern. Endlich mit einer Art Dateibrowser und endlich mit Drag&Drop. Es bleibt zu hoffen das der Dateibrowser auch auf das lokale Netzwerk zugreifen kann.

Wir blicken zurück auf sieben Jahre iPad Geschichte die ziemlich planlos erscheint.

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