Alleine schon das Wort "Warnstreik" gehört verboten. Man darf also wirtschaftlichen Schaden mal eben so als "Warnung" verursachen, oder was?
Ich habe in den letzten sieben Jahren jeden Streik bei der Bahn "mitgenommen", da ich gezwungenermaßen im Nah- und Fernverkehr pendele. Da lernt man, Gewerkschaften zu hassen, die kleine Berufsgruppen vertreten und abends in der "Tagesschau" darüber frohlocken, dass sie halb Deutschland lahmgelegt haben.
Ich arbeite übrigens in einem Beruf, für den sich Streiks verbieten. Und wenn ich mich darüber auslasse und auch ein Streikrecht einfordere, dann heißt es nur: Das hast Du doch vorher gewusst. Ja, habe ich. Aber Lokführer, Fluglotsen und all die anderen haben auch vorher gewusst, welche Gehälter in diesen Berufen zu erwarten sind.
Z.B. im Gesundheitswesen und in allen Berufen, die eine Art Verpflichtung zur Sicherstellung der öffentlichen Ordnung im Allgemeinen und der persönlichen Unversehrtheit des einzelnen haben.
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18.03.2013, 10:15
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.03.2013, 10:16 von
Captori.)
Deutschlandweit? Glaube nicht. Ich persönlich war gestern Abend noch auf der Bahnseite, da war keine "Rede" von Bundesweit. Bezog sich eher aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen! NRW kam dann heute morgen ganz spontan.
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Solange die Versorgung sichergestellt ist, kann auch dort nach Herzenslust gestreikt werden. Haben wir ja letztes Jahr erst gezeigt...
Ach ja? Welche Versorgung? Hier herrscht doch die Meinung vor, dass Angestellte nun mal ein Streikrecht haben?
"Danke für Ihren Anruf. Wegen eines Streiks sind wir derzeit nur eingeschränkt erreichbar. Bitte haben Sie etwas Geduld, es befinden sich noch 10 Anrufer vor Ihnen".
Was würdet Ihr sagen, wenn Ihr diese Ansage bei Wählen von 112 zu hören bekommt...???
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Hm Feuerwehr = Beamte = kein Streikrecht...
Erstens sind Feuerwehrleute nicht verbeamtet und zweitens die an den Telefonleitungen schon gar nicht.
Genau das wird aber im vorliegenden Fall nicht getan. Und es ist halt komfortabel, mal eben "zur Warnung" zu streiken, um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, wenn man gleich 100.000e mit ins Boot zwingen kann --und gleichzeitig anderen Berufsgruppen das Recht zum Streik absprechen kann.
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Eine Bahnverbindung ist aber sicher nicht lebensnotwendig... Und wem wird den das Recht auf Streik aberkannt?
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Und zum Thema "Die die streiken können ja nichts für den Wohnort", natürlich nicht aber kann ich etwas für deren freiwilliger Berufswahl? (Bei der ja auch Verträge und ein bestimmtes Entgelt akzeptiert und unterschrieben wurde. Und man kann auch nicht immer die Straßenbahn nehmen! Ich war vorhin auch eine Stunde an unserem Bahnhof bis ich wieder nachhause gegangen bin. Im Zug, der am Bahnhof stand, saßen Leute die von irgendwoher kamen und jetzt gezwungen waren in dem Zug zu warten und das seit 6 Uhr! Die konnten nicht wie ich um 8:30 Uhr wieder nachhause gehen. Und das konnte ich auch nur weil ich studiere. Und auch für mich ist's beschissen weil heute der erste Vorlesungstag im neuen Semester ist und es da die meisten Informationen zum Semester gibt. Gut, für mich zu verkraften und trotzdem nervig... Ich kann ja auch so argumentieren, dass die Angestellten der deutschen Bahn sich freiwillig zu ihrem Job entschieden haben! Und auch freiwillig das Entgelt bei Vertragsunterzeichnung akzeptiert haben!
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Und das geht nur mit 20% mehr Lohn? Die lassen sich doch kaum auf irgendwas ein!
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Selbst wenn die jetzt ihre 6,5% mehr bekommen würden wäre nach zwölf Monaten wieder dasselbe Spiel...
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18.03.2013, 11:03
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 18.03.2013, 11:06 von
Novak Dimon.)
Also auf der Internetseite der Gewerkschaft stand gestern um 23Uhr lediglich daß Warnstreiks "nicht ausgeschlossen werden".
Wenn das eine zureichende Information für evt. Betroffene ist dann mal gute Nacht.
Desweiteren ist es IMHO nicht ok aussenstehende zu schädigen um eigene Forderungen durchzuboxen.
Derartiges muss möglichst vermieden werden. In diesem Fall ist es aber auf rücksichtslose Weise sogar forciert worden.
Im Zuge der Bankenrettung wurde ein Begriff aus der Medizin zweckentfremdet: Die systemische Wirkung. Darunter versteht man, vereinfacht gesagt, dass ein wie auch immer geartetes Ereignis plötzlich auf das große ganze wirken kann.
Wenn die Angestellten von Schraubenhändler Müller streiken, so ist das für den Müller ärgerlich. Wenn die Angestellten von VW streiken, ist das für VW ärgerlich --und für den Kunden, der dann ggf. ein paar Tage länger auf seinen Golf warten muss. Mit betroffen sind dann ggf. noch Zulieferer, die ihre Produkte nicht loswerden.
Bei der Bahn oder auch den Fluglinien sind jedoch von einem Streik unzählige betroffen. Um den Schaden noch zu vergrößern, wird eben nicht von 12:00 bis 14:00 Uhr gestreikt, sondern von 6:00 Uhr bis 8:00 Uhr, so dass möglichst viele Unbeteiligte in Geiselhaft geraten.
Diese "systemische Wirkung" wird von Gewerkschaften bewusst missbraucht, um Forderungen durchzusetzen.